{"id":737,"date":"2012-07-28T18:00:03","date_gmt":"2012-07-28T16:00:03","guid":{"rendered":"http:\/\/lgpegasos-berlin.de\/?p=737"},"modified":"2012-12-18T08:45:01","modified_gmt":"2012-12-18T07:45:01","slug":"swissalpine-marathon-28-07-2012-erlebnisbericht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/lgpegasos-berlin.de\/?p=737","title":{"rendered":"Swissalpine Marathon &#8211; 28.07.2012 (Erlebnisbericht)"},"content":{"rendered":"<p>Swiss Alpine \u2013 Marathon als Herausforderung<\/p>\n<p>Laufbericht von Katrin Mikolajski<\/p>\n<p>&#8222;K 78 \u2013 K 42 Finisher des Swissalpine Marathons in Davos&#8220; \u2026oft habe ich diesen Schriftzug auf einem Laufshirt schon gelesen! So ein Shirt will ich auch haben, dachte ich!<\/p>\n<p>\u201eSwissalpine \u2013 more than a race\u201c, so wird der h\u00f6chstgelegene Marathon Europas beworben: \u201eein hochalpines Juwel mit anspruchsvollen Auf- und Abstiegen auf rauhen Bergtrails!\u201c<br \/>\n1720 H\u00f6henmetern hinauf und 1550 H\u00f6henmetern hinunter, dies muss mit einem Mal bew\u00e4ltigt werden und dabei wird die Luft auf 2739 Metern am Sertigpass doch schon sehr \u201ed\u00fcnn\u201c!<\/p>\n<p>Als wir, mein Mann Gregor und ich, unsere Anmeldung dazu im letzten Jahr ausgef\u00fcllt haben, haben wir das alles erstmal verdr\u00e4ngt und uns beruhigt, \u201e\u2026 das wird schon, das haben andere auch geschafft, bis dahin trainieren wir ordentlich\u2026&#8220; &#8230;doch im Hinterkopf hatte sich hartn\u00e4ckig das H\u00f6henprofil eingenistet! <\/p>\n<p>Da sieht man es schwarz auf wei\u00df, den Anstieg zur Keschh\u00fctte (2632m) von 1375 Metern ausgehend, sp\u00e4ter dann sogar auf gepunkteten Bergwanderpfaden zu bew\u00e4ltigen, \u00fcber verblocktes Gel\u00e4nde muss man dann \u00fcber Schneefelder wieder runter und auch gleich wieder hoch zum h\u00f6chsten Punkt der Strecke, zur Sertigpass\u00fcberschreitung auf 2739 Metern, dann stehen da erst 23km auf der Kilometerachse! Bis Sertig-D\u00f6rfli siehts dann nat\u00fcrlich lustig bergab aus\u2026und dann sind ja nur noch schlappe 12 Kilometer bis nach Davos zu laufen!<\/p>\n<p>Nun ja,   \u2026wir wollten es ja nicht anders, Katrin m\u00f6chte ein T-Shirt, der Saisonh\u00f6hepunkt war f\u00fcr den 28.7.2012 gefunden, nun musste trainiert werden. Lange L\u00e4ufe sind wichtig, also 6 Stunden von Fellbach bei Affenhitze durchleiden, da konnten wir auch schon mal das Wandern \u00fcben! Ein Etappenlauf in Holland st\u00e4rkte die Leidensf\u00e4higkeit und auch die Muskulatur, denn 5 Rennen an drei Tag beanspruchen die Knie und Gelenke doch ganz sch\u00f6n. Radfahren in der Schw\u00e4bischen Alp und L\u00e4ufe im Schwarzwald,\u2026manchmal fragten wir uns, ob es in der Schweiz \u00fcberhaupt noch bergiger und anstrengender sein kann!<br \/>\nMitte Juni haben wir noch unser \u201eAbschlusstraining\u201c am Brocken im Harz eingeschoben und merkten schon, das Training hat angeschlagen, die Beine trugen uns ordentlich hoch und runter. Lustiger Weise trafen wir auf dem Harzer Gipfel einen L\u00e4ufer, der sich wie wir auf den Swissalpine vorbereitete und uns als mehrfacher K 78er Bezwinger wertvolle Tipps gab: Man solle die letzten Kilometer nicht untersch\u00e4tzen, laut Plan (der ja in unserem Hinterkopf stets pr\u00e4sent war!) l\u00e4uft man die letzten 12 Kilometer zwar 300 H\u00f6henmeter herunter, aber\u2026es gibt dort lauter kleine gemeine Anstiege, das sollte man wissen,\u2026recht hatte er,\u2026doch dazu sp\u00e4ter!<\/p>\n<p>Der Starttermin r\u00fcckte immer n\u00e4her und der Respekt wuchs st\u00fcndlich mit! Ein Quartier in der N\u00e4he von Davos wurde gefunden, die Startunterlagen kamen an, die Wettervorhersage bekam von Tag zu Tag an Wichtigkeit,\u2026.in der H\u00f6he k\u00f6nnte ja auch durchaus auch im Sommer\u2026Schnee liegen!<\/p>\n<p>Und dann gings los! Warm war es Ende Juli nicht unbedingt, im Gep\u00e4ck war alles an Hosenl\u00e4ngen, was der Schrank so hergab, auch Skiunterw\u00e4sche und Handschuhe mussten mit, nicht zu vergessen die Riesenmenge an Sportlernahrung!<\/p>\n<p>Gut, dass wir unser Quartier weiter weg von Davos hatten, denn so haben wir die Unwetter nicht direkt erlebt, die am Tag vor dem Wettkampf in den Bergen niedergingen und zur Verlegung des Starts des langen Kanten 78km f\u00fchrten. Nat\u00fcrlich hatten wir Regenkleidung und ich sogar einen Schirm am Starttag mit dabei, den ich vor dem Start in Berg\u00fcn auch aufgespannt habe, denn die Wechselkleidung sollte trocken in den Lastwagen gelegt werden.<\/p>\n<p>Auf der Bahnfahrt von Davos zum Startort Berg\u00fcn haben wir die am fr\u00fchen Morgen  gestarteten L\u00e4ufer des 78 Kilometerlaufes von der Bahn aus gesehen,\u2026.f\u00fcr mich unglaublich, dass man vor unserem Lauf noch 36km in diesem Gel\u00e4nde laufen kann, um dann den K 42 noch dranzuh\u00e4ngen,\u2026.Hochachtung! Und auch w\u00e4hrend meines Laufes musste ich meiner Bewunderung f\u00fcr die K78, die man manchmal \u00fcberholt hat, immer wieder Raum geben.<\/p>\n<p>Gegen 11Uhr30, zum zweiten Start des K42iger, den f\u00fcr langsamere L\u00e4ufer, haben Gregor und ich uns dann bei Donnergrollen, Regen und Wolken mit mulmigem Gef\u00fchl in Berg\u00fcn aber getr\u00f6stet, dass es nur besser werden kann, wir laufen schlie\u00dflich vom schlechten Wetter weg, es ist nicht zu kalt, nicht zu warm, Jacke, M\u00fctze sind dabei, der Veranstalter wird schon wissen, was zu tun ist, die Gewitter sind erst f\u00fcr den Abend angesagt, wir sind sehr gut trainiert sind,\u2026und\u2026wenn es nicht mehr gehen sollte, geht man eben,\u2026oh, Startschuss\u2026.es geht los!<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten 5Stunden30 vergingen eigentlich sehr schnell, es nieselte, die Mitl\u00e4ufer liefen nicht so schnell, man hatte Platz, an der ersten Steigung gingen die ersten, doch wir (Harz gest\u00e4hlt) schlappten nicht schnell, aber best\u00e4ndig hoch. Es regnete weniger, das erste Powergel wurde verputzt, oh, Baumgrenze, wow, der Nebel lichtet sich, yeah, ich h\u00f6re Murmeltiere pfeifen,\u2026doch zu viel schauen geht nicht, der Bergpfad will belauf\u2026nun ja eher begangen werden. Dort oben ist ja schon die Keschh\u00fctte, kein Problem. Merkw\u00fcrdig, ich schaue \u00fcberhaupt nicht auf die Uhr! Die Sonne scheint, ich sehe Gletschereis, Bergseen, eine lange, bunte Schlange, die sich den Berg hinauf \u2013 und sp\u00e4ter auch hinunter windet! Keiner dr\u00e4ngelt, keiner schubst, jeder kann in seinem Tempo laufen und gehen. Einige Unerm\u00fctliche feuern uns an, das tut unglaublich gut! Mit Hochgef\u00fchl st\u00fcrze ich mich nach der Keschh\u00fctte den Berg hinunter. Bin noch nie so schnell den Berg hinunter gekommen! Auch das n\u00e4chste Wanderst\u00fcck vergeht sehr schnell, ich versuche immer wieder, die Murmeltiere zu ersp\u00e4hen, die best\u00e4ndig vor merkw\u00fcrdigen Wesen in Funktionskleidung warnen! Oh, da ist ja schon der Sertig-Pass, die h\u00f6chste Stelle. Hier mache ich eine l\u00e4ngere Pause, esse, trinke, ziehe die Jacke \u00fcber, aber das Wetter ist klasse, Sicht, nur ein wenig Wind, keine N\u00e4sse. Nun gehts endg\u00fcltig bergab, oh jeh, jetzt tuts aber weh,\u2026steil gehts bergab, die Beine schmerzen,\u2026in Sertig-D\u00f6rfli habe ich einen kleinen Tiefpunkt. Noch 12 Kilometer, wie lange wird das wohl dauern, die Beine tun doch ganz sch\u00f6n weh! Aber,\u2026sie tun brav ihren Dienst und laufen weiter! Laufgemeinschaften tun sich zusammen, man plauscht und redet \u00fcbers Laufen, das lenkt ab. Nun kommen wir in den Wald vor Davos, ein wunderbarer gut zu belaufener Singletrail macht Spa\u00df, ja, ich gebe zu, es befl\u00fcgelt mich, dass ich noch so gut laufen kann und ordentlich \u00fcberhole! Viele gehen jetzt fast nur noch. Halt, da h\u00f6re ich Lautsprecheransagen! Davos! Sportzentrum\u2026.unglaublich, ich bin da! 5:31:31, 96. Frau, 10. in meiner Altersklasse. Das Ergebnis ist  mir eigentlich egal, ich bin sehr froh und stolz, dass ich diesen Lauf gut \u00fcberstanden habe, es hat sogar Spa\u00df gemacht! Im Ziel warte ich nun auf Gregor mit einem wunderbaren Sportgetr\u00e4nk (Erdinger alkoholfreies Bier) in der Hand\u2026.das prognostizierte Gewitter beginnt, Gregor bekommt nach 6:09:09 (586. Platz und 106. in seiner Altersklasse)\u2026..leider noch ein paar Regentropfen ab, die sich dann sp\u00e4ter zu einem veritablen Gewitter verst\u00e4rken!<\/p>\n<p>Aber wir sitzen dann schon l\u00e4ngst geduscht im Trocknen in Davos und freuen uns mit 802 M\u00e4nnern und 299 Frauen \u00fcber einen gelungenen Marathon,\u2026ach,\u2026\u00fcbrigens, ich habe es jetzt auch, das Finisher Shirt K42 vom Swissalpine Marathon!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Swiss Alpine \u2013 Marathon als Herausforderung<\/p>\n<p>Laufbericht von Katrin Mikolajski<\/p>\n<p>&#8222;K 78 \u2013 K 42 Finisher des Swissalpine Marathons in Davos&#8220; \u2026oft habe ich diesen Schriftzug auf einem Laufshirt schon gelesen! 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